EAA Bußgelder & Strafen — Was droht Unternehmen bei Verstößen? 2026

Seit dem 28. Juni 2025 ist die European Accessibility Act (EAA) in Kraft. Unternehmen, die die Anforderungen nicht erfüllen, riskieren empfindliche Bußgelder und Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbraucherschutzverbände. Bereits wurden die ersten Abmahnungen wegen EAA-Verstößen verschickt.

Dieser vollständige Leitfaden erklärt alle EAA-Bußgelder und Strafen — von den Bußgeldhöhen in verschiedenen EU-Ländern über Abmahnrisiken bis hin zu konkreten Maßnahmen zur Vermeidung.

📌 Kurze Antwort — EAA Bußgelder & Strafen

Bei Verstößen gegen die EAA drohen Bußgelder (in Deutschland bis zu €100.000, in anderen EU-Ländern deutlich höher) und Abmahnungen. Erste Abmahnungen wurden bereits verschickt. Unternehmen sollten sofort handeln, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

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Welche Bußgelder drohen bei EAA-Verstößen?

Die EAA wird von den nationalen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten durchgesetzt. Die Höhe der Bußgelder variiert stark je nach Land und Schwere des Verstoßes.

Land Maximale Bußgeldhöhe Besonderheiten
Deutschland €100.000 BFSG — Bundesnetzagentur zuständig
Frankreich €300.000 RGAA — Arcep zuständig
Italien 5% des Jahresumsatzes D.Lgs. 82/2024
Spanien €1.000.000 Real Decreto
Niederlande €900.000 Nationale Aufsichtsbehörde
Schweden SEK 10M (~$1M) Nationale Aufsichtsbehörde

📊 EAA-Bußgeld Statistiken

Abmahnungen nach der EAA — Was Sie wissen müssen

Neben Bußgeldern drohen Unternehmen auch Abmahnungen. Diese können von Wettbewerbern, Verbraucherschutzverbänden oder Mitbewerbern ausgesprochen werden.

Wer kann abmahnen?

Was kostet eine Abmahnung?

Die Kosten einer Abmahnung setzen sich zusammen aus:

Gesamtkosten einer Abmahnung: €1.000 — €5.000+

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Häufige EAA-Verstöße, die zu Abmahnungen führen

1. Fehlender Alt-Text bei Produktbildern

Problem: Produktbilder ohne Alt-Text — Screenreader sagen nur "Bild".

Lösung: Fügen Sie beschreibenden Alt-Text zu allen Produktbildern hinzu.

2. Zu geringer Farbkontrast

Problem: Graue Buttons auf hellen Hintergründen — Kontrast unter 4.5:1.

Lösung: Verwenden Sie dunklere Farben für Buttons und erhöhen Sie den Kontrast.

3. Nicht bedienbare Elemente per Tastatur

Problem: Dropdown-Menüs, die nur mit der Maus geöffnet werden können.

Lösung: Implementieren Sie Tastaturunterstützung für alle interaktiven Elemente.

4. Fehlende Formularbeschriftungen

Problem: Formularfelder ohne Labels oder nur mit Platzhaltern.

Lösung: Verwenden Sie sichtbare <label>-Elemente für jedes Formularfeld.

5. Fehlender Skip-Link

Problem: Kein "Zum Hauptinhalt springen" Link für Tastaturnutzer.

Lösung: Fügen Sie einen Skip-Link als erstes fokussierbares Element ein.

So reagieren Sie auf eine EAA-Abmahnung

Schritt 1: Ruhe bewahren

Bleiben Sie ruhig und handeln Sie besonnen. Eine Abmahnung ist zunächst ein Hinweis auf ein Problem — kein Weltuntergang.

Schritt 2: Prüfung der Abmahnung

Prüfen Sie die Abmahnung auf formelle und inhaltliche Richtigkeit. Ist der Verstoß tatsächlich vorhanden?

Schritt 3: EAA-Check durchführen

Führen Sie einen kostenlosen EAA-Check durch, um alle Verstöße zu identifizieren.

Schritt 4: Verstöße beheben

Beheben Sie alle festgestellten Verstöße innerhalb der Abmahnfrist (in der Regel 2-4 Wochen).

Schritt 5: Unterlassungserklärung prüfen

Prüfen Sie die Unterlassungserklärung sorgfältig — am besten mit einem Rechtsanwalt. Unterschreiben Sie nur, wenn der Umfang angemessen ist.

So vermeiden Sie EAA-Abmahnungen

1. Regelmäßige EAA-Prüfungen

Führen Sie monatliche EAA-Prüfungen mit unserem kostenlosen EAA-Checker durch.

2. Barrierefreiheitserklärung erstellen

Erstellen Sie eine Barrierefreiheitserklärung für Ihre Website. Dies zeigt Ihre Compliance-Bemühungen und kann Abmahnungen verhindern.

3. Mitarbeiter schulen

Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit, um zukünftige Verstöße zu vermeiden.

4. Dokumentation führen

Dokumentieren Sie alle Prüfungen, behobenen Probleme und Ihre Barrierefreiheitserklärung. Dies dient als Nachweis für Ihre Compliance-Bemühungen.

EAA-Bußgeld Checkliste

✅ Regelmäßige EAA-Prüfungen durchführen

✅ Barrierefreiheitserklärung erstellen

✅ Alle Verstöße dokumentieren und beheben

✅ Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit schulen

✅ Unterlassungserklärungen prüfen (mit Anwalt)

✅ Fristen für Abmahnungen einhalten

✅ EAA-Checker regelmäßig nutzen

✅ Rechtsberatung bei Abmahnungen einholen

Häufig gestellte Fragen — EAA Bußgelder & Strafen

❓ Wie hoch sind die Bußgelder bei EAA-Verstößen?

Die Bußgelder variieren je nach EU-Mitgliedstaat. In Deutschland bis zu €100.000, in Frankreich bis zu €300.000, in Italien bis zu 5% des Umsatzes, in Spanien bis zu €1.000.000.

❓ Wer kann eine EAA-Abmahnung aussprechen?

Abmahnungen können von Wettbewerbern, Verbraucherschutzverbänden, Mitbewerbern, Interessenverbänden (z.B. Behindertenverbänden) und Einzelpersonen ausgesprochen werden.

❓ Was kostet eine EAA-Abmahnung?

Die Gesamtkosten einer Abmahnung liegen zwischen €1.000 und €5.000+, abhängig von Rechtsanwaltskosten, Abmahngebühr und Unterlassungserklärung.

❓ Wie reagiere ich auf eine EAA-Abmahnung?

Prüfen Sie die Abmahnung, führen Sie einen EAA-Check durch, beheben Sie die Verstöße und prüfen Sie die Unterlassungserklärung mit einem Rechtsanwalt.

❓ Wie vermeide ich EAA-Abmahnungen?

Führen Sie regelmäßige EAA-Prüfungen durch, erstellen Sie eine Barrierefreiheitserklärung, schulen Sie Ihre Mitarbeiter und dokumentieren Sie alle Compliance-Bemühungen.

❓ Welche Länder haben die höchsten Bußgelder?

Spanien (€1.000.000), Italien (5% des Umsatzes), Niederlande (€900.000), Frankreich (€300.000) und Deutschland (€100.000) haben die höchsten Bußgelder in der EU.

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