BFSG Bußgelder & Abmahnungen — Was droht Unternehmen bei Verstößen? 2026
Seit dem 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Unternehmen, die die Anforderungen nicht erfüllen, riskieren Bußgelder bis zu €100.000 und Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbraucherschutzverbände. Bereits im August 2025 wurden die ersten Abmahnungen wegen BFSG-Verstößen verschickt.
Dieser vollständige Leitfaden erklärt alle BFSG-Bußgelder und Abmahnungen — von den Bußgeldhöhen über Abmahnrisiken bis hin zu konkreten Maßnahmen zur Vermeidung.
📌 Kurze Antwort — BFSG Bußgelder & Abmahnungen
Bei Verstößen gegen das BFSG drohen Bußgelder bis zu €100.000 und Abmahnungen nach dem UWG. Erste Abmahnungen wurden bereits im August 2025 verschickt. Die Bundesnetzagentur ist für die Überwachung zuständig. Unternehmen sollten sofort handeln, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
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Das BFSG sieht empfindliche Bußgelder für Unternehmen vor, die die Barrierefreiheitsanforderungen nicht erfüllen. Die Höhe der Bußgelder hängt von der Schwere des Verstoßes ab.
| Verstoß | Bußgeld | Zuständige Behörde |
|---|---|---|
| Leichte Verstöße | €5.000 — €25.000 | Bundesnetzagentur |
| Mittlere Verstöße | €25.000 — €60.000 | Bundesnetzagentur |
| Schwere Verstöße | €60.000 — €100.000 | Bundesnetzagentur |
| Wiederholte Verstöße | Bis zu €100.000 | Bundesnetzagentur |
📊 BFSG-Bußgeld Statistiken
- €100.000 — Maximale Bußgeldhöhe
- Erste Abmahnungen wurden bereits im August 2025 verschickt
- Bundesnetzagentur ist die zuständige Aufsichtsbehörde
- E-Commerce ist die am stärksten betroffene Branche
Abmahnungen nach dem BFSG — Was Sie wissen müssen
Neben Bußgeldern drohen Unternehmen auch Abmahnungen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Diese können von Wettbewerbern, Verbraucherschutzverbänden oder Mitbewerbern ausgesprochen werden.
Wer kann abmahnen?
- Wettbewerber — Konkurrierende Unternehmen
- Verbraucherschutzverbände — z.B. Verbraucherzentralen
- Mitbewerber — Andere Unternehmen in der gleichen Branche
- Interessenverbände — z.B. Behindertenverbände
Was kostet eine Abmahnung?
Die Kosten einer Abmahnung setzen sich zusammen aus:
- Rechtsanwaltskosten — €500 — €2.000 (je nach Streitwert)
- Abmahngebühr — €300 — €1.000
- Unterlassungserklärung — €500 — €1.500
- Gerichtskosten — Bei gerichtlicher Auseinandersetzung
Gesamtkosten einer Abmahnung: €1.000 — €5.000+
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Häufige BFSG-Verstöße, die zu Abmahnungen führen
1. Fehlender Alt-Text bei Produktbildern
Problem: Produktbilder ohne Alt-Text — Screenreader sagen nur "Bild".
Lösung: Fügen Sie beschreibenden Alt-Text zu allen Produktbildern hinzu.
2. Zu geringer Farbkontrast
Problem: Graue Buttons auf hellen Hintergründen — Kontrast unter 4.5:1.
Lösung: Verwenden Sie dunklere Farben für Buttons und erhöhen Sie den Kontrast.
3. Nicht bedienbare Elemente per Tastatur
Problem: Dropdown-Menüs, die nur mit der Maus geöffnet werden können.
Lösung: Implementieren Sie Tastaturunterstützung für alle interaktiven Elemente.
4. Fehlende Formularbeschriftungen
Problem: Formularfelder ohne Labels oder nur mit Platzhaltern.
Lösung: Verwenden Sie sichtbare <label>-Elemente für jedes Formularfeld.
5. Fehlender Skip-Link
Problem: Kein "Zum Hauptinhalt springen" Link für Tastaturnutzer.
Lösung: Fügen Sie einen Skip-Link als erstes fokussierbares Element ein.
So reagieren Sie auf eine BFSG-Abmahnung
Schritt 1: Ruhe bewahren
Bleiben Sie ruhig und handeln Sie besonnen. Eine Abmahnung ist zunächst ein Hinweis auf ein Problem — kein Weltuntergang.
Schritt 2: Prüfung der Abmahnung
Prüfen Sie die Abmahnung auf formelle und inhaltliche Richtigkeit. Ist der Verstoß tatsächlich vorhanden?
Schritt 3: BFSG-Check durchführen
Führen Sie einen kostenlosen BFSG-Check durch, um alle Verstöße zu identifizieren.
Schritt 4: Verstöße beheben
Beheben Sie alle festgestellten Verstöße innerhalb der Abmahnfrist (in der Regel 2-4 Wochen).
Schritt 5: Unterlassungserklärung prüfen
Prüfen Sie die Unterlassungserklärung sorgfältig — am besten mit einem Rechtsanwalt. Unterschreiben Sie nur, wenn der Umfang angemessen ist.
So vermeiden Sie BFSG-Abmahnungen
1. Regelmäßige BFSG-Prüfungen
Führen Sie monatliche BFSG-Prüfungen mit unserem kostenlosen BFSG-Checker durch.
2. Barrierefreiheitserklärung erstellen
Erstellen Sie eine Barrierefreiheitserklärung für Ihre Website. Dies zeigt Ihre Compliance-Bemühungen und kann Abmahnungen verhindern.
3. Mitarbeiter schulen
Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit, um zukünftige Verstöße zu vermeiden.
4. Dokumentation führen
Dokumentieren Sie alle Prüfungen, behobenen Probleme und Ihre Barrierefreiheitserklärung. Dies dient als Nachweis für Ihre Compliance-Bemühungen.
BFSG-Bußgeld Checkliste
✅ Regelmäßige BFSG-Prüfungen durchführen
✅ Barrierefreiheitserklärung erstellen
✅ Alle Verstöße dokumentieren und beheben
✅ Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit schulen
✅ Unterlassungserklärungen prüfen (mit Anwalt)
✅ Fristen für Abmahnungen einhalten
✅ BFSG-Checker regelmäßig nutzen
✅ Rechtsberatung bei Abmahnungen einholen
Häufig gestellte Fragen — BFSG Bußgelder & Abmahnungen
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