BFSG & BGG — Unterschiede der Barrierefreiheitsgesetze 2026
Wenn Sie sich jemals gefragt haben "was ist der Unterschied zwischen BFSG und BGG?" — Sie sind nicht allein. Deutschland hat mehrere Gesetze zur Barrierefreiheit, und es ist nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.
Dieser vollständige Leitfaden erklärt die Unterschiede zwischen BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) und BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) — von den Anwendungsbereichen über die technischen Standards bis hin zu den Konsequenzen bei Nichteinhaltung.
📌 Kurze Antwort — BFSG vs BGG
BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) gilt für den privaten Sektor (Unternehmen, E-Commerce, Banken, Verkehr) und setzt die EU-weite European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um. Es ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft.
BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) gilt für den öffentlichen Sektor (Behörden, öffentliche Einrichtungen) und ist das Fundament der Barrierefreiheit in Deutschland. Es wurde bereits 2002 verabschiedet.
Technischer Standard: Beide Gesetze verweisen auf EN 301 549 und damit auf WCAG 2.1 Level AA.
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Kostenloser BFSG-Checker →Was ist das BGG? — Behindertengleichstellungsgesetz
Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wurde im April 2002 verabschiedet. Es ist das zentrale Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland und gilt für den öffentlichen Sektor.
📋 Wichtige Fakten zum BGG:
- Verabschiedet: April 2002
- Geltungsbereich: Öffentlicher Sektor (Bundesbehörden, öffentliche Einrichtungen)
- Ziel: Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
- Technische Umsetzung: BITV 2.0 (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung)
- Standard: EN 301 549 → WCAG 2.1 Level AA
Das BGG bildet die rechtliche Grundlage für die Barrierefreiheit im öffentlichen Sektor. Die BITV 2.0 konkretisiert die technischen Anforderungen des BGG und verweist auf die europäische Norm EN 301 549.
Was ist das BFSG? — Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wurde im Juni 2025 in Kraft gesetzt. Es setzt die European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um und gilt für den privaten Sektor.
📋 Wichtige Fakten zum BFSG:
- In Kraft seit: 28. Juni 2025
- Geltungsbereich: Privater Sektor (Unternehmen, E-Commerce, Banken, Verkehr, Telekommunikation)
- Ziel: Umsetzung der EU-weiten EAA
- Technische Umsetzung: Direkter Verweis auf EN 301 549
- Standard: EN 301 549 → WCAG 2.1 Level AA
- Bußgelder: Bis zu €100.000
Das BFSG verpflichtet Unternehmen, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei anzubieten. Es gilt für alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen in Deutschland anbieten — unabhängig vom Unternehmenssitz.
📊 BFSG vs BGG — Auf einen Blick
- BGG: Öffentlicher Sektor — seit 2002
- BFSG: Privater Sektor — seit Juni 2025
- Beide: EN 301 549 → WCAG 2.1 Level AA
- Unterschied: Anwendungsbereich (öffentlich vs. privat)
- Gemeinsam: Gleicher technischer Standard
BFSG vs BGG — Die wichtigsten Unterschiede
| Merkmal | BFSG | BGG |
|---|---|---|
| Geltungsbereich | Privater Sektor | Öffentlicher Sektor |
| In Kraft seit | 28. Juni 2025 | April 2002 |
| Rechtliche Grundlage | European Accessibility Act (EAA) | Behindertengleichstellungsgesetz |
| Technische Norm | EN 301 549 | EN 301 549 (via BITV 2.0) |
| Standard | WCAG 2.1 Level AA | WCAG 2.1 Level AA |
| Bußgelder | Bis zu €100.000 | Aufsicht durch Landesbehörden |
| Betroffene | Unternehmen, E-Commerce, Banken, Verkehr, Telekommunikation | Behörden, öffentliche Einrichtungen |
Die technische Verbindung — EN 301 549 & WCAG 2.1
Beide Gesetze — BFSG und BGG — verweisen auf die europäische Norm EN 301 549, die ihrerseits auf WCAG 2.1 Level AA verweist. Das bedeutet:
- WCAG 2.1 Level AA ist der technische Standard für beide Gesetze
- EN 301 549 fügt zusätzliche Anforderungen für Hardware, Software und Dienstleistungen hinzu
- BITV 2.0 konkretisiert die Anforderungen des BGG
- BFSG verweist direkt auf EN 301 549
Für Unternehmen und öffentliche Stellen bedeutet das: Die technischen Anforderungen sind identisch. Der Unterschied liegt nur im Anwendungsbereich und den Konsequenzen bei Nichteinhaltung.
Wer muss welches Gesetz umsetzen?
| Organisationstyp | Betroffenes Gesetz | Standard |
|---|---|---|
| Bundesbehörden | BGG (via BITV 2.0) | WCAG 2.1 AA |
| Landesbehörden | BGG (via BITV 2.0) | WCAG 2.1 AA |
| Öffentliche Einrichtungen | BGG (via BITV 2.0) | WCAG 2.1 AA |
| E-Commerce-Unternehmen | BFSG | WCAG 2.1 AA |
| Banken & Finanzdienstleister | BFSG | WCAG 2.1 AA |
| Verkehrsunternehmen | BFSG | WCAG 2.1 AA |
| Telekommunikationsanbieter | BFSG | WCAG 2.1 AA |
⚖️ Bußgelder & Konsequenzen
BFSG: Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu €100.000 und Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände. Die Bundesnetzagentur ist für die Überwachung zuständig.
BGG: Die Einhaltung wird durch Landesbehörden überwacht. Es drohen keine direkten Bußgelder, aber rechtliche Schritte und öffentliche Berichterstattung über Verstöße.
BFSG vs BGG — Zusammenfassung
- BGG (Behindertengleichstellungsgesetz): Öffentlicher Sektor — seit 2002 — BITV 2.0 — keine direkten Bußgelder
- BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz): Privater Sektor — seit Juni 2025 — direkter Verweis auf EN 301 549 — Bußgelder bis zu €100.000
- Gemeinsamkeit: Beide verweisen auf EN 301 549 → WCAG 2.1 Level AA
- Unterschied: Anwendungsbereich und Konsequenzen bei Nichteinhaltung
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Häufig gestellte Fragen — BFSG vs BGG
BFSG gilt für den privaten Sektor (Unternehmen, E-Commerce, Banken, Verkehr). BGG gilt für den öffentlichen Sektor (Behörden, öffentliche Einrichtungen). Beide verweisen auf den gleichen technischen Standard (WCAG 2.1 Level AA).
Das BGG wurde im April 2002 verabschiedet. Das BFSG ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft.
Beide Gesetze verweisen auf die europäische Norm EN 301 549, die ihrerseits auf WCAG 2.1 Level AA verweist. Die technischen Anforderungen sind identisch.
Das BFSG gilt für alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen in Deutschland anbieten — unabhängig vom Unternehmenssitz. Betroffen sind insbesondere E-Commerce, Banken, Verkehr und Telekommunikation.
Das BGG gilt für alle öffentlichen Stellen in Deutschland — Bundesbehörden, Landesbehörden, öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und deren Dienstleister.
BFSG: Bußgelder bis zu €100.000 und Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände. BGG: Aufsicht durch Landesbehörden, keine direkten Bußgelder, aber rechtliche Schritte möglich.
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